Die Familie Harkort hat über viele Generationen hinweg Persönlichkeiten hervorgebracht, die, weit über die Region hinaus, prägend waren.
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Louisa C. Harkort "Die Märckerin" (1718-1795) Die in Hattingen geborene Ehefrau des Unternehmers Johann Caspar Harkort führte als Wittib Harkort (Witwe Harkort) das Unternehmen der Familie Harkort über mehrere Jahrzehnte mit großem unternehmerischen Geschick und Erfolg und legte den Grundstein für die einzigartige Entwicklung im 19. Jahrhundert. |
Johann Caspar Harkort V. (1785-1877)
Enkel von Louise C. Märcker, übernahm 1818 Gut und Stammhaus, wandelte die bereits am Bremker Bach bestehende Harkort’sche Fabrik in einen der ersten deutschen Eisenbahnzuliefer- und Brückenkonstruktionsbetriebe um, beteiligte sich 1829 am Bau der Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn und 1847 an einem Konsortium zur Gründung des Stahlwerks „Hasper Hütte“ (existierte bis 1972).
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Friedrich Wilhelm Harkort (1793-1880) mitunter als „Vater des Ruhrgebiets“ bezeichnet, war einer der wichtigsten deutschen Unternehmer und Industriepioniere in der Frühzeit der Industriellen Revolution. Er kämpfte als Offizier in den Befreiungskriegen gegen Napoleon und wurde in den Kämpfen des Jahres 1815 verwundet. Dafür erhielt er das Eiserne Kreuz. Die von ihm gegründete Harkort’sche Maschinenfabrik auf der Burg in Wetter (Ruhr) ging später in der Deutschen Maschinenbau Aktiengesellschaft (DEMAG) auf. 1825 war er der erste Deutsche, der einen Zeitungsbeitrag über „Railroads (Eisenbahnen)“ verfasste. Auch als Politiker war er von hoher Bedeutung. |
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Gustav Harkort (1795-1865) war nicht nur Gründer der Allgemeinen Deutsche Credit-Anstalt (ADCA), sondern auch Gründer der Leipziger Kammgarnspinnerei AG und somit der ersten Leipziger Aktiengesellschaft sowie Direktoriumsvorsitzender der Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie, die in den 1830er Jahren die erste große deutsche Eisenbahnstrecke bauen ließ. Der langjährige sächsische Landtagsabgeordnete wurde auch mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Leipzig geehrt. |
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Eduard Harkort (1797-1836) war ein deutscher Bergbauingenieur und Offizier, der sich schon in jungen Jahren für Sprachen, Naturwissenschaften und Mathematik interessierte. 1820 wurde er Feldmesser in Hagen, entwickelte einen Rechenschieber, studierte in Freiberg Geologie, war Direktor einer englischen Bergwerksgesellschaft in Mexiko, Ehrenbürger zweier mexikanischer Provinzen und Kommandeur der texanischen Artillerie im Unabhängigkeitskrieg. Er starb in Texas an Gelbfieber. |
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Johann Caspar Harkort VI. (1817-1896) gilt als herausragender Pionier des Großbrückenbaus. Er entwarf seinerzeit einzigartige Stahlkonstruktionen für den nach der Gründung des Deutschen Zollvereins 1838 und der aufkommenden Industrialisierung rapide wachsenden Eisenbahnverkehr. Noch bekannter wurde der Kommerzienrat durch die Umsetzung ingenieurwissenschaftlicher Pionierleistungen, zu denen die einstmals weltberühmte Rotunde auf der Weltausstellung 1873 in Wien und der Leuchtturm „Roter Sand“ in der Deutschen Bucht (1885) gehörten. Sein Sohn Johann Caspar Harkort VII war der letzte „JCH“; er verstarb 1871 infolge des Deutsch-Französischen Krieges. Das Unternehmen wurde in Haspe/Westerbauer von der Familie Liebe-Harkort fortgeführt. |
Christian Harkort (1798-1874)
war ein weiterer Kaufmann und Unternehmer aus der weithin tätigen Hasper Familie. Er wurde u.a. als Lederfabrikant bekannt – zu seinen Schöpfungen gehörte u.a. die „Pickelhaube“ und somit ein besonderes Symbol des preußischen Militarismus. Seine Lohgerberei stand am Bremker Bach unweit von Haus Harkorten.




